Leïla Slimani. Dann schlaf auch du

 

Leïla Slimani. Dann schlaf auch du
Leïla Slimani. Dann schlaf auch du

Dann schlaf auch du ist das Buch, dass Leïla Slimani den Durchbruch brachte. Und es ist der zweite Text, den ich von ihr gelesen habe. Dann schlaf auch du fühlt sich zugänglicher an als ihr erster Text, gleichzeitig enwickelt sich schnell eine große Verbundenheit mit der Hauptfigur Louise.

Miriam ist Anwältin, wurde aber schon kurz nach Abschluss des Studium schwanger und fand die Rolle als Mutter als genau das Leben, was sie wollte. Nach der Geburt ihres Sohnes ist sie zunehmend unglücklicher mit ihrem Leben und sehnt sich nach einer Neuausrichtung. Als sie zufällig einem Studienkollegen begegnet, der sich nach dem Studium selbstständig gemacht hat und der ihr kurz nach ihrer Begegnung einen Job anbietet, nimmt das Leben von Miriam Fahrt auf. Einzig die Betreuung der Kinder ist ein Problem. Miriam und Paul haben Glück, sie finden nach kurzer Suche Louise und stellen sie als Nounou für ihre beiden kleinen Kinder ein. Sehr schnell wird Louise zum eigentlichen Mittelpunkt der Kinder. Sie lieben Louise und Paul und Miriam gewöhnen sich gerne daran, dass sie nicht nur die Kinder in guten Händen wissen, sondern dass Louise auch ihnen das Leben schön macht. Sie macht die Wohnung zu einem Zuhause, sie kocht, sie macht Ausflüge mit den Kindern. Was Paul und Miriam gar nicht erst erfragen ist, wer Louise ist, was für ein Leben sie führt, woher sie kommt. So sehr sie die Annehmlichkeiten schätzen, die durch die unermüdlich liebevoll agierende Louise erschaffen werden, Paul und Miriam interessieren sich nicht wirklich für den Menschen Louise.

Leïla Slimani erzählt Louises Geschichte, es ist die Geschichte eines nicht gesehenen, nicht geschätzen Lebens. Die Geschichte entwickelt sich dramatisch, beinahe kann man sagen, dass in dieser Geschichte gleich auch noch ein Krimi mit erzählt wird. Aber aus meiner Sicht lese ich die Geschichte von Louise, ich lese von Verzicht, ich lese die Geschichte eines ausgenutzten, eines ausgebeuteten Menschen. Ich konnte das Buch nicht beiseite legen, sondern habe es quasi in einem Rutsch durchgelesen. Der Text ist bitterschön, er ist ein Schlag ins Gesicht, weil der Text das Handeln vieler Menschen aus einem Blickwinkel zeigt, den wir sonst nicht allzu oft zu sehen bekommen.

Jung & Naiv. Folge 823. Ronan Steinke über Meinungsfreiheit, Verfassungsschutz und Völkermord

Heute starte ich in den Tag mit Jung & Naiv, Folge 823. Ronan Steinke spricht über die oben genannten Themen und schon in den ersten Minuten bleibt einem wirklich die Spucke weg. Ronan Steinke spricht da über den Verfassungsschutz. An sich erzählt er faktisch nichts Neues, aber wenn man sich dann nochmal anhört, wie der Verfassungsschutz ursprünglich aufgestellt war, wie sein Werdegang war über die Jahrzehnte bis heute, und wie gerade bürgerliche Innenminister diese Behörde, die es so nur in Deutschland gibt, für eigene Ziele ausnutzen, dann bekomme ich doch Schaum vor dem Mund.

Ich habe oben im Bild die Hörversion der Folge gezeigt. Natürlich kann man sich das Ganze auch auf Youtube anschauen und den Podcast kann man auch außerhalb von Spotify anhören, wie man so schön sagt, überall, wo es Podcasts gibt.

Claude Garamond. Notizen

In diesen Tagen lese ich Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco. Und darin stosse ich immer wieder auf den Namen Claude Garamont. Eco benutzt freilich nur den Namen. Aber, wer ist er? Hier ein Auszug aus der deutschen Wikipedia.

Claude Garamont (geboren zwischen 1490 und 1510, gestorben 1561 in Paris), heutige Schreibweise meist Claude Garamond, war ein in der französischen Hauptstadt ansässiger Stempelschneider und Schriftgestalter, der kurzzeitig auch als Buchdrucker und Verleger tätig war. Garamond war ein angesehener Graveur von Schriftmatrizen. Die auf ihn zurückgehenden Garamond-Schriften zählen bis heute zu den verbreitetsten Schriftarten. Darüber hinaus gelten sie als das Parademodell der französischen Renaissance-Antiqua. Typografiexperten sowie Fachhistoriker des 20. Jahrhunderts räumen Garamond in Bezug auf die Entwicklung der Druckschriften eine überragende Bedeutung ein.

Garamonds in den Besitz unterschiedlicher Stempelschneider und Schriftgießereien übergegangene Hinterlassenschaft löste im 19. und 20. Jahrhundert mehrere Kontroversen aus bezüglich der Originalgetreue der noch vorhandenen Muster und Matrizen. Ungeachtet dessen erlebten Garamond-Schriften seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine bis heute anhaltende Renaissance. Ausdruck dieses anhaltenden Interesses sind die zahlreichen im Einsatz befindlichen Garamond-Computerschriften, wie beispielsweise die im klassischen Buchsatz weitverbreiteten Schriften Sabon, Stempel Garamond und Adobe Garamond.

Wikipedia: Claude Garamont

Vielen von uns ist die Schrifttype Garamond schon begegnet und auch wenn sie heute ein wenig sehr altmodisch daherkommt: ich habe dann trotzdem mal meine internen Dokumente verändert.