Georges Simenon. Kommissar Maigret. Die Fälle 35-41

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Von Jack de Nijs für Anefo / Anefo – Nationaal Archief, CC0, Link

Die Fälle von Georges Simenon beschäftigen mich immer noch. Ich höre sie als Hörbücher und bin mittlerweile bei den Fällen 35-41. Gerade höre ich Maigret und sein Revolver an, das ist der 40. Fall der Sammlung. Walter Kreye liest die Geschichten und ich habe mich sehr an seine Stimme gewöhnt, mittlerweile gehört seine Stimme zu den Fällen, es ist (für mich) die Stimme Kommissar Maigrets.

Und die Fälle führen mich zuverlässig mal in die 1930er Jahre, mal in die Nachkriegsjahre, oft nach Paris, manchmal auch in die Provinz, denn Maigret ermittelt in ganz Frankreich, manchmal sogar im Ausland. Man taucht komplett ein in die Geschichten und Fälle, Simenon berichtet zwar liebevoll von den Figuren, aber man hört eigenartigerweise nichts vom heraufziehenden 2. Weltkrieg. Aber es gibt auf andere Art und Weise Einblicke, Simenon übt durch die Gedanken Maigrets gesellschaftliche Kritik. Er besucht in zwei Fällen die USA und Maigret ist geradezu erschreckt von dem herrschenden Reichtum, er wundert sich darüber, dass jeder ein eigenes Auto zu haben scheint, aber Maigret denkt auch darüber nach, was der Preis dieses Reichtums ist, nämlich die komplette Ausrichtung der Lebensentwürfe auf das Geld-Verdienen-Müssen, damit dieser Traum immer weitergehen kann. Am Ende jeden Buches fügt Simenon ein Postskriptum ein, das besagt, wo das Buch entstanden ist. Wir lesen von Farmen in den USA, von Schiffsreisen auf den Weltmeeren, von Wohnsitzen in der alten und der neuen Welt. Simenon galt damals als Massenautor, konnte aber von seinem Schreiben offenbar sehr gut leben. Das Eintauchen in diese aus heutiger Sicht so anderen Welten fühlt sich schön an, auch wenn man spürt, dass zu lesen von diesen Zeiten schön sein mag, in diesen Zeiten zu leben wahrscheinlich nicht immer schön war. Und ja, das Leben damals war wahrscheinlich vor allem als Mann schön. Die Frauenbilder, die Simenon zeichnet, sind arg limitiert. Das mag der Zeit damals entsprochen haben, aber die Reduzierung fällt schon arg ins Auge.

Die Bücher sind mir trotzdem wirklich sehr ans Herz gewachsen, genauso wie die Geschichten von Agatha Christie und ihren Detektiv*innen Miss Marple und Hercule Poirot. Und ich werde die Geschichten ganz sicher nicht zum letzten Mal angehört haben. Übrigens war ich überrascht, dass der Altersunterschied zwischen Simenon (13. Februar 1903) und Christie (15. September 1890) gar nicht so groß ist.

Ehrenamt weitergedacht

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Bild: @battenhall auf Unsplash

Immer, wenn ich in Zeitungen etwas lese über Ehrenamt oder im Fernsehen eine Reportage darüber gezeigt wird oder, wenn das Ehrenamt Hauptthema ist, dann habe ich, fast immer eine Frage: Wieso ist da eigentlich immer die Rede von den immer gleichen und sicher sehr lobenswerten Leuten, die Menschen im Altenheim besuchen, die beim THW sind oder der freiwilligen Feuerwehr und wieso ist niemals die Rede von all der Arbeit in digitalen Räumen?

Es fehlen mir Bereiche, die nicht minder ein Ehrenamt sind: Das Betreiben von Instanzen aus dem Bereich Fediverse. Ich will damit nicht sagen, dass alles, was dort geschieht, automatisch Ehrenamt ist. Allzu oft ist es das aber schon, denn wir sprechen da ja von Orten, an denen man sein kann und darf, und zwar ohne ein finanzielles Interesse. Menschen kümmern sich darum, diese Orte bereitzustellen. Menschen pflegen diese Orte, damit falsches Publikum draußen bleibt, Menschen sorgen dafür, dass sich alle, die sich bekennen zu den festgelegten Regeln, frei und sicher kommunizieren können. Und es fließt dabei kein Geld und das, obwohl der Betrieb dieser SafeSpaces Mühe kostet, Zeit und auch Geld.

Es wird Zeit, dass wir dafür sorgen, dass mehr Menschen lernen, dass Ehrenamt mehr Ebenen hat als die Wahl zwischen THW und freiwilliger Feuerwehr. Dabei ist mir wichtig zu betonen: ich finde es falsch, unterschiedliche Welten gegeneinander auszuspielen. Wir sind alle Teil einer komplexen und höchst unterschiedlichen Welt. Wir alle haben das Anrecht darauf, so wahrgenommen zu werden, wie wir wahrgenommen werden wollen. Und es ist einfach Zeit, dass wir allen, die sich dort oder anderswo engagieren, unsere Wertschätzung zeigen und diese auch öffentlich transportieren, und zwar nicht zuletzt an die, die noch am Rand stehen und vielleicht gar nicht wissen, dass sie nur einen, zwei Klicks weg sind von einer Welt, in der sie sicher sind und in der sie sich frei bewegen und organisieren können.

Disclaimer. Frei meint hier selbstredend nicht einen rechtsfreien Raum. Im Gegenteil bedeutet frei aus meiner Sicht, dass wir uns alle auf unserer Werteordnung bewegen und einschreiten, wenn Einzelne oder Gruppen sich herausnehmen als vermeintlich höher gestellte darüber zu richten, wer dazu gehört und wer nicht.

Windows und ich

Seit kurzem habe ich ein Hobby, dass für den einen oder anderen Leser eigenartig anmutet. Ich habe ein Notebook, dass mit einer Windows 11 Pro Lizenz läuft. Privat habe ich sowas schon seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr gehabt. Ich hatte einfach Lust drauf. Ja, ich weiß, ich bin seltsam.

Natürlich nutze ich beruflich Systeme, die mit Windows laufen, aber privat gab es seit gut 20 Jahren keinen Windows-Rechner mehr in meinem Haushalt. Und es war sofort klar: Wenn ich ein mit Windows betriebenes System nutzen will, will ich dennoch keine Abstriche machen in Bezug auf Sicherheit und Privatsphäre. Was das angeht, so ist der Ruf von Microsoft, sagen wir, ausbaufähig. Zudem habe ich, anders als in der Linux-Welt, zwar viele Möglichkeiten mein System einzustellen, aber es ist nicht dasselbe, denn: Microsoft nutzen heißt eben z.B. auch, nicht überall und immer quelloffene Lösungen zur Verfügung zu haben. Man hat allerdings an etlichen Stellen die Wahl, kommerzielle Software einzusetzen oder Software, die zuallererst erstellt wurde mit der Intention, damit Geld zu verdienen. Außerdem gibt es natürlich Möglichkeiten, Sicherheit einzubauen. Nur sind Programme mehr als in der Linux-Welt erzeugt worden, um sie zu verkaufen, also, um Gewinne zu generieren. Ja, so ist das dann eben. Okay, also, mein erster konkreter Schritt war das Verschlüsseln der lokalen Festplatte. Außerdem nutze ich auch zum Sichern eine Cloud, bei der die abgelegten Daten verschlüsselt werden. Alles ist so eingerichtet, dass Daten über die ganze Strecke Ende-zu-Ende verschlüsselt sind und natürlich nutze ich zur Anmeldung 2FA/MFA. Ein weiterer Schritt ist der flächendeckende Einsatz eines VPN. Nicht geändert hat sich der Umgang mit Passwörtern. Sie sind natürlich individuell, also keine gleichen oder ähnlichen Passworte, es kommen Passworte mit Komplexität und großzügiger Länge für verschiedene Zugänge zum Einsatz und ich nutze einen Passwort-Manager, der seine Sicherheit immer wieder von Neuem beweist. Zudem ändere ich die Passworte in Recht kleinen, zeitlichen Abständen. Das ist also die Ausgangssituation.

Ich freue mich, wenn ich ehrlich bin, auf das Arbeiten an und mit meinem neuen System und ich freue mich darüber, nun neue Erfahrungen zu machen, denn die Erfahrungen in Unternehmen sind geprägt von den speziellen Erfordernissen des Unternehmes. Eigene Möglichkeiten, ein Windows in Unternehmen zu individualisieren sind ja quasi per se, nicht gewollt.

Aber, natürlich leidet meine Liebe zu Linux und da gerade zu Debian sowas von überhaupt nicht. Ich suche einfache neue Reize.