„Der Mann, der seinen Kopf verlor“ – Folge 4

In ARD Sounds (formerly known as ARD Audiothek) gibt es zahlreiche Ermittlergeschichten des berühmten Wissenschaftlers und Amateurkriminologe Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen und seines Begleiters Hutchinson Hatch. Es sind alte Produktionen und manchmal zucke ich unwillkürlich zusammen. Es kommen Bezeichnungen und Zuordnungen zu Menschen vor, die man so heute glücklicherweise nicht mehr denken oder äußern würde und die ARD hat sich dagegen entschieden, die Hörspiele zu überarbeiten. Stattdessen finden sich vor Folgen, in denen es allzu diskriminierend zu geht, einen Disclaimer, man kennt das ja mittlerweile, aber die Geschichten bieten aus meiner Sicht trotzdem kurzweilige Unterhaltung und natürlich gehe ich hier davon aus, dass alle potentiellen Hörer sich klarmachen, dass solche Zuordnungen nicht in Ordnung sind.

Um für euch einzuordnen, wo sich diese Geschichten erzähltechnisch bewegen, so denkt an die Die Drei ??? oder die Geschichten von Graf Yoster gibt sich die Ehre. Ich denke, da in etwa siedeln sich die Storys an.

Frankfurt: Parken wie zu Römer-Zeiten

Man stelle sich vor, du kommst relativ spät abends in das Parkhaus, in dem du deinen Streitwagen abgestellt hast und stellst fest, da nimmt man weder die Römer-App, noch Kugel-Pay oder eine der anderen Zahlweisen an, sondern du hast jetzt noch einen Rundlauf gewonnen durch die Innenstadt, bis du auf einen zugänglichen Automaten triffst, an dem du analoge Sesterzen ziehen kannst, um dann damit dein höchst analoges Park-Ticket für deinen Streiwagen bezahlen zu dürfen.

Ich glaube, kürzer kann man den Zustand des Landes nicht beschreiben.

Über (Eigen)Verantwortung

Zusammengehörigkeit(en)
Zusammengehörigkeit(en)

Bild: Karacis Studio, Unsplash

Ich musste neulich mit dem Zug fahren. Die Fahrt war lang, ich musste einige Male umsteigen. Im ersten Zug betrat ich den Waggon, wollte mir einen Platz suchen, aber egal wohin ich geschaut habe, ich war umgeben von unfreundlichen Gesichtern und unfreundlichen Kommentaren und Gesten. Ich fand nach längerer Suche einen Platz. Neben und vor mir wurde ich begrüßt von unfreundlichen Gesten und Geräuschen und auch als ich schon eine ganze Weile meinen Platz gefunden hatte, habe ich mich unwohl gefühlt. Ich habe meinen Koffer verstaut in eine Ablage, ich habe sorgsam darauf geachtet, nicht zu viel Platz einzufordern.

Glücklicherweise bin ich schon nach gut 30 Minuten umgestiegen. Auch an diesem Bahnhof lief ich am Bahnsteig zu meinem Waggon und stieg erst dann ein. Ein Zugbegleiter lächelte mich an und signalisierte mir mit einem entschuldigenden Lächeln, dass der Zug sehr voll war. Ich habe kurz etwas gesagt, dass das ja zu dieser Reisezeit und auf dieser Strecke erwartbar sei, es sei doch alles prima. Ich bekam ein dankbar strahlendes Lächeln zurück, ging zu meinem reservierten Sitzplatz und bat eine dort sitzende Person, mich auf den reservierten Platz zu lassen. Wir mussten beide lachen und sie meinte, sie wäre nur froh gewesen, ihr ganzen Kram untergebracht zu haben und schaute um sich herum. Wie sich herausstellte, hatte sie eine Platzreservierung direkt neben mir. Zwei Sätze später hatten wir festgestellt, dass wir beide bis zur Endstation bleiben würden und kamen überein, alles beim Alten zu lassen, jeder behielt also seinen Platz, obwohl wir falsch saßen. Wir scherzten und lästerten ein wenig über die unvermeidlich wichtigen Mitreisenden, die man schon an ihren Blicken erkennen könne und, oft, auch an der Laustärke ihrer Äußerungen. War das nun ein Verhalten, dass, wenn es mehr Leute leben würden, uns alle umbringen würde? Ich meine nein. Schaut ihr selber lieber in entspannte Gesichter oder in verkrampfte, unentspannte, Gesichter? Werdet ihr lieber angblafft oder macht es mehr Spaß, sich entspannt ein wenig zu unterhalten? Über (Eigen)Verantwortung weiterlesen