Ehrenamt weitergedacht

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Bild: @battenhall auf Unsplash

Immer, wenn ich in Zeitungen etwas lese über Ehrenamt oder im Fernsehen eine Reportage darüber gezeigt wird oder, wenn das Ehrenamt Hauptthema ist, dann habe ich, fast immer eine Frage: Wieso ist da eigentlich immer die Rede von den immer gleichen und sicher sehr lobenswerten Leuten, die Menschen im Altenheim besuchen, die beim THW sind oder der freiwilligen Feuerwehr und wieso ist niemals die Rede von all der Arbeit in digitalen Räumen?

Es fehlen mir Bereiche, die nicht minder ein Ehrenamt sind: Das Betreiben von Instanzen aus dem Bereich Fediverse. Ich will damit nicht sagen, dass alles, was dort geschieht, automatisch Ehrenamt ist. Allzu oft ist es das aber schon, denn wir sprechen da ja von Orten, an denen man sein kann und darf, und zwar ohne ein finanzielles Interesse. Menschen kümmern sich darum, diese Orte bereitzustellen. Menschen pflegen diese Orte, damit falsches Publikum draußen bleibt, Menschen sorgen dafür, dass sich alle, die sich bekennen zu den festgelegten Regeln, frei und sicher kommunizieren können. Und es fließt dabei kein Geld und das, obwohl der Betrieb dieser SafeSpaces Mühe kostet, Zeit und auch Geld.

Es wird Zeit, dass wir dafür sorgen, dass mehr Menschen lernen, dass Ehrenamt mehr Ebenen hat als die Wahl zwischen THW und freiwilliger Feuerwehr. Dabei ist mir wichtig zu betonen: ich finde es falsch, unterschiedliche Welten gegeneinander auszuspielen. Wir sind alle Teil einer komplexen und höchst unterschiedlichen Welt. Wir alle haben das Anrecht darauf, so wahrgenommen zu werden, wie wir wahrgenommen werden wollen. Und es ist einfach Zeit, dass wir allen, die sich dort oder anderswo engagieren, unsere Wertschätzung zeigen und diese auch öffentlich transportieren, und zwar nicht zuletzt an die, die noch am Rand stehen und vielleicht gar nicht wissen, dass sie nur einen, zwei Klicks weg sind von einer Welt, in der sie sicher sind und in der sie sich frei bewegen und organisieren können.

Disclaimer. Frei meint hier selbstredend nicht einen rechtsfreien Raum. Im Gegenteil bedeutet frei aus meiner Sicht, dass wir uns alle auf unserer Werteordnung bewegen und einschreiten, wenn Einzelne oder Gruppen sich herausnehmen als vermeintlich höher gestellte darüber zu richten, wer dazu gehört und wer nicht.

Veröffentlicht von

Markus

Kein Neuanfang. Ein immer wieder Neuanfang. Nein, ich habe keine smarte Definition. Das hier hieß mal anders, davor hieß es nochmal anders und davor wars leidlich erfolgreich. Ich habs kaputt gemacht und zwar mit voller Absicht. Will ich keine Leser? Doch! Nein. Hm, das ist schwierig. Ich will die Richtigen. War gar nicht so schwierig, oder? Kann aber eben auch nur ich wirklich verstehen. Oder vielleicht verstehe ich es auch gar nicht so richtig. Fazit: Wenn es euch gefällt ist doch alles gut, oder?

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