Hannah Arendt über „Riesenkonzerne“

„Konkurrenz zwischen bis an die Zähne bewaffneten geschäftlichen Riesenkonzernen, die sich alle das stolze Wort »Imperium« zulegten, konnte schwerlich anders als im Kampf aller mit allen enden. Friedlich miteinander konkurrierende Imperien sind ein Unding, weil Konkurrenz so wenig wie Expansion ein politisches Prinzip enthält; beide bedürfen der politischen Macht, die sie kontrolliert und dirigiert und ohne die sie maßlos und zerstörerisch werden müssen.“

Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. S. 328, Piper Verlag, Erweiterte Neuausgabe 2023

Sie konnte nichts wissen von dem Ausmaß heutiger, weltweit agierender, nahezu unregulierter Unternehmen. Und doch dachte sie deren Entwicklung so exakt voraus, dass ich Gänsehaut bekomme wie genau ihre Gedanken mit der heutigen Realität übereinstimmen. Die Maßlosigkeit und Zerstörung richtet sich immer sowohl gegen den einzelnen Menschen als auch gegen die endlichen Ressourcen unseres Lebensraumes.

Arendt’s Gedanken sind nicht zuletzt eine kurze und dennoch komplette Definition dafür, warum Konzerne unbedingt Regulierung brauchen.

Veröffentlicht von

Markus

Kein Neuanfang. Ein immer wieder Neuanfang. Nein, ich habe keine smarte Definition. Das hier hieß mal anders, davor hieß es nochmal anders und davor wars leidlich erfolgreich. Ich habs kaputt gemacht und zwar mit voller Absicht. Will ich keine Leser? Doch! Nein. Hm, das ist schwierig. Ich will die Richtigen. War gar nicht so schwierig, oder? Kann aber eben auch nur ich wirklich verstehen. Oder vielleicht verstehe ich es auch gar nicht so richtig. Fazit: Wenn es euch gefällt ist doch alles gut, oder?