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2024

2024

Das neue Jahr. Meine Vorahnungen betreffs unserer Gesellschaft aber auch betreffs des ganz großen Ganzen (= Welt) sind nicht gut. Zwei Landtagswahlen, die Ergebnisse befürchten lassen, die abgrundtief Schreckliches ermöglichen würden, eine US-Wahl, bei der sich, so wie es jetzt ausschaut, auch nicht gerade ein Kandidat durchsetzt, der auf Demokratie setzt und unzählige Auseinandersetzungen, innerhalb wie außerhalb der Landesgrenzen, die nicht nur auch keine Hoffnungen machen sondern die sogar noch dazu dienen könnten, den falschen Stimmen zu verleihen.

Persönlich will ich in 2024 einge Dinge verändern. Nein, ich werde sie hier nicht aufschreiben. Das wäre doch ein wenig zu viel Persönliches. Trotz der Vorzeichen heißt es, mit voller Kraft und vollem Elan in das neue Jahr zu starten. Da sein für die gewählte Familie, aktiv eintreten für Werte. Aktiv werden, noch mehr als in der Vergangenheit aber, auch Eintreten für sich selber. Letzteres ist neu. Darum soll es gehen. Passt auf euch auf!

Theodor W. Adorno. Aspekte des neuen Rechtsradikalismus

Theodor W. Adorno. Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Mit einem Nachwort von Volker Weiß

Gerade erst habe ich Die postmigrantische Gesellschaft ausgelesen von Naika Foroutan, da besprang mich geradezu ein Gedanke. War da nicht etwas? Empirische Sozialforschung? Frankfurter Schule, das Institut für Sozialforschung, Horkheimer, Adorno?

Ich muss euch etwas gestehen: Ich kenne Essays, Niederschriften von Reden Adornos, Horkheimers und anderer, die direkt oder indirekt der Frankfurter Schule zugeordnet werden aber ich habe bisher die originalen Schriften nie gelesen. Ich nehme diese Begegnung von Foroutan und Adorno jetzt einfach als Anlass. Heute las ich also die Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ich habe oben im Titel auch Volker Weiß genannt und sein Nachwort. Die Rede Adornos, die er 1967 an der Universität Wien hielt, ist schon prägnant und nicht selten habe ich mich dabei ertappt, ob er diese Rede heute gehalten habe, so aktuell klingen seine Analysen und Bewertungen. Und trotzdem sind die Worte von Volker Weiß sinnstiftend weil sie einordnen und zusätzlichen Kontext geben.

Das Institut für Sozialforschung und seine prägenden Autoren sollen also in den nächsten Monaten meine Begleiter werden. Ich freue mich sehr darauf, auch weil die Beschäftigung mit dem IfS Anlass gibt, sich wieder einen neuen Aspekt in Bezug auf Frankfurt anzuschauen, genauer Frankfurt und die Goethe-Universität. Max Horkheimer, der 1948 zu Sondierungsgesprächen in Sachen des Rück-Umzuges des Institutes in Frankfurt war, schrieb in einem Brief an seine Frau Maidon:

Sie wissen noch nicht genau, sollen sie in mir einen relativ einflußreichen Amerikareisenden oder den Bruder ihrer Opfer sehen, dessen Gedanke die Erinnerung ist. Sie müssen sich fürs letztere entscheiden.

Quelle: Max Horkheimer, Gesammelte Schriften, hg. von Alfred Schmidt und Gunzelin Schmid Noerr, Bd. 17: Briefwechsel von 1941 – 1948, Frankfurt 1996 (S. 975-978)

Ich liebe Frankfurt. Aber zum Lieben gehört, dass man das ganze Wesen eines Menschen, einer Stadt, eines Dings wahrnimmt. Finde ich.

 

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