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Notizen Photographie

Das Wichtige vom Unwichtigen trennen

Immer wieder reinigend. Das Wichtige bewahren. Sich klarmachen, was ist eigentlich wichtig? Und was hindert mich daran, bei mir zu bleiben. Natürlich sollte man dabei nicht fahrlässig sein, nicht zu schnell dabei mit Meinungen und Urteilen. Gerade dieser Prozess kostet Kraft aber, es lohnt sich.

Was der Herr Winwood damit zu tun hat? Er begleitet mich und das schon über eine sehr lange Zeit. Und dabei lernte ich ihn erst kennen, als seine Zeiten schon ruhiger waren und die Superstar-Zeit ein wenig vorbei. Was seiner Musik nicht schadet. Im Gegenteil.

Von Markus

Ein Neuanfang. Ein Neuanfang für einen alten Hasen. Mir ist nicht mehr nach Schreiben. Mir ist nach mehr Stille. Ich liebe Photographie. Schon immer. Ich möchte hier veröffentlichen. Und ich möchte hier gerne auch diskutieren. Über Bilder. Über Technik.

Das Schauen auf diese Welt bestimmt unsere Position und sie bestimmt auch essentiell unseren Horizont.

4 Antworten auf „Das Wichtige vom Unwichtigen trennen“

Die Platte habe ich auch und höre sie noch immer gerne. Ebenfalls ein bemerkenswertes (noch viel späteres) Spätwerk des Herrn Winwood ist About Time. Und dort „Different Light“.

Ich habe noch zwei weitere Platten gehabt. „Refugees Of The Heart“ hab ich noch. Und „Arc Of A Diver“, die 1980 heraus gekommen ist. Diese ist verlustig gegangen. Die steht sicher noch bei einem Freund in der Plattensammlung. Das ist der Grund warum ich früher so ungern Platten verliehen habe. 😉

Habe mir gerade von Herrn bzw. Frau Deezer helfen lassen, um mir „Different Light“ mal anzuhören. Das Plattencover ist toll und als zweites fällt mir eine Songlänge von 6 Minuten 35 Sekunden auf. Heute würde er damit bei den Streaming-Königen keine Karriere mehr machen. Alles, was mehr als 3 Minuten ist, mag die KI nicht. Und der Künstler, wenn er an seine Bezahlung denkt, auch nicht. Bei Herrn Winwood dürfen wir hoffen, dass er sich um sein Auskommen hoffentlich keine allzu großen Sorgen machen muss. Ich hoffe das zumindest sehr für ihn. Ich habe Anfang der Nullerjahre quasi fast komplett aufgehört Musik zu hören (was keine aktive Entscheidung war sondern mehr eine des Lebens, dass ich in diesen Jahren führte). Jedenfalls entging mir so auch diese Platte. Aber, ich kann das Anhören jetzt ja nachholen. 🙂

Das mit den langen Songs, die auf Streaming-Plattformen ’nicht funktionieren‘ ist auch so ein Witz. Ebenso wie deren Vergütungsmodell. Ich hoffe sehr, dass den Künstlern bald ein Weg einfällt, dieser Praxis ein Ende zu machen bzw. mehr an den Streaming-Einnahmen teilzuhaben. Ich nutze selbst keine Streamingdienste für Musik (und für Video übrigens auch nicht), das Vergütungsmodell ist ein Grund dafür.

Was das Musikhören anbelangt kann ich nicht sagen, dass ich es irgendwann komplett sein ließ. Allerdings komme ich auch selten dazu bzw. nehme mir viel zu selten die Zeit dafür. Vielleicht demnächst mal wieder…

Naja, das mit dem Nicht-Funktionieren ist nicht so einfach. Und es sind nicht alleine die bösen Streaming-Unternehmen, die zugestimmt haben, wie Monetarisierung aktuell funktioniert. Beim Ausmachen des Verteilungsschlüssels haben alle Parteien am Tisch gesessen. Nur die Hörer nicht. Die waren aber quasi über ihre Gewohnheiten doch auch mit am Tisch denn, Tatsache ist: Heute will niemand mehr so lange Songs hören. Die Plattformen haben dieses Verhalten der Hörer aufgegriffen und dann für sich und die andere Partei, die großen Plattenfirmen und die großen Stars, optimiert. Bei spotify musst Du, damit ein Song als gespielt gilt, mindestens 30 Sekunden dabei bleiben. Nach etwa 2,5 Minuten hast Du alles verdient was es zu verdienen gabe. Das Geld bekommt nicht der Musiker, dessen Musik Du gerade hörst, sondern das Entgelt wird aufgesplittet. Die Bands und Künstler, die oft und viel gespielt werden, bekommen den Löwenanteil, je weniger Du gespielt wirst insgesamt, desto weniger profitierst Du vom Kuchen. Seit vielen Jahren will man diesen Verteilungsschlüssel ändern. Also, die kleinen Künstler wollen das. Dagegen stehen die großen Plattenfirmen (mit den großen Stars) und die Streaming-Dienste, die gar nicht daran denken, etwas von ihrem Obulus, aufzugeben.

Du siehst: Alle sind beteiligt und alle, auch die Kleinen, haben diesem System zugestimmt. Ich höre z.B. einen deutschen Rapper sehr gerne. Der tritt fast nur Live auf. Es gibt wenig Alben. Für ihn ist RAP und HipHop ein Lebensgefühl, dass sich mit großen Plattenverträgen nicht verträgt. Künstler wie er gehen seit Anfang der Pandemie vor die Hunde. Und das sind nicht wenige. Man kann das nicht gegeneinander ausspielen aber, ich habe mich schon gefragt, was wohl Menschen, die als Künstler, als Ton-Ingenier, Licht-Mensch oder oder oder ein quasi Berufsverbot haben und unsagbar wenig Unterstützung vom Staat, monatelang auf Almosen warten mussten um dann nicht selten gleich mal verklagt zu werden von staatlichen Stellen. Weil es angeblich Missbrauch gab. Was also denken Menschen und was fühlen sie, wenn auf der anderen Seite innerhalb von wenigen Wochen Milliarden in die Überschwemmungsgebiete an Ahr und in NRW fliessen. Dem sichtbaren Leid wird genüge getan, die Anderen lässt man komplett im Stich. Diese berufsgruppen haben, nicht selten, ihre Altersvorsorgen aufkündigen müssen, sie haben ihre Wohnungen verloren und dazu ihre Berufe. Es wurden ihnen nicht geholfen. Dabei macht „die Unterhaltungsbranche etwa gut drei Mal so viel Umsatz wie die Auto-Industrie. Dit is Deutschland 2021. Ach, es ist ein großes Jammertal

Aber, zurück zur Monetarisierung. Mir geht da immer ein wenig die Hutschnur hoch. Ich nutze Deezer, also, einen der Streaming-Dienste. Ich nutze ihn meist so wie gestern bei Herrn Winwood. Ich höre mir eine Platte an und wenn ich merke, dass sie mir gefällt, kaufe ich sie. Je unbekannter der Künstler, desto mehr Geld wandert von mir zu ihr/ihm. Das ist, womit ich leben kann. Ich weiß, dass ist nicht komplett gerecht aber, da ist ja noch ein Aspekt. Man denkt immer, früher, als es noch Platten gab, war alles besser. Ich kann Dir sagen: Nein, das war es nicht. Frag mal Tina Turner, Die Jackson Brüder, Diana Ross, Miles Davis (okay, da wird das Fragen schwer) aber natürlich auch heutige Künstler, was sie in den ersten Jahren verdient haben. Und das auch, wenn sie Hit auf Hit haben. Was ich damit sagen will: Den Beschiss hat nicht die aktuelle Generation an Managern erfunden. Das hat alles „Tradition“, wenn Du so willst. Ich habe die nächsten zwei Live-Konzerte schon gebucht. Und selbst wenn sie ausfallen sollten, werde ich das Geld nicht zurück verlangen. Das ist der Tribut, den ich sehr gerne leiste.

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